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Adventsaktion 2018

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Im Advent 2018 unterstützen wir das Projekt Snehamandiram, bzw. den Bau einer Krankenstation. Damit wird geistig und physisch beeinträchtigten Menschen in Indien ein einfacher Zugang zu medizinischer und ärztlicher Betreuung ermöglicht.
Felix Zgraggen,
Liebe Athira, wie hast du das Projekt zum ersten Mal kennengelernt?
Vor mehreren Jahren haben meine Familie und ich den Gründer des Snehamandirams kennengelernt. V.C. Raju, den wir Brother Raju nennen, über Bekannte kennengelernt. Unseren Kontaktpflegten wir, indem wir mit ihnen ab und zu mal telefonierten, indem Brother Raju und seine Frau Shiny uns in der Schweiz besuchten, oder wir sie in ihrem Heim in Indien besuchten.

Was bedeutet der Name?
Snehamandiram bedeutet «Wohnung der Liebe». V.C. Raju hat das Heim 1994 gegründet. Seither ist er dort mit seiner Familie tätig. Für das Projekt als Adventsaktion kamen eigentlich eher wir aus Wädenswil auf Brother Raju zu, mit der Frage, ob sein Heim Unterstützung für ein konkretes Projekt brauche. Darauf antwortete er, dass sie tatsächlich momentan eine kleine Tagesklinik für ihr Heim brauchen und am Planen sind.

Hat das auch mit den geografischen Verhältnissen vor Ort zu tun?
Das Heim Snehamandiram befindet sich in einem Bezirk namens Idukki. Idukki liegt in einem Berggebiet im Bundesstaat Kerala. Das Heim selbst ist in einem Dorf. Bei Notfällen oder schweren Krankheiten hat die nächstgelegene Klinik nicht genügend Einrichtungen. Eine grössere Klinik wäre etwas mehr als eine Stunde Autofahrt entfernt. Auch ist bei schweren Krankheiten, die Ansteckungsgefahr in einem Heim grösser. Darum braucht Snehamandiram nun eine kleine Klinik, nicht nur für sein Heim, sondern auch für die Bewohner der Umgebung.

Was gehört alles dazu?
Im Snehamandiram hat es bis heute, dank Spendengeldern, Gebäude und Räume wie Kapellen, geschlechtergetrennte Schlafräume, einen Speisesaal und Ausbildungsstätten. Mehrere Freiwillige arbeiten gemeinsam mit Raju und seiner Familie, um die Kranken zu betreuen, zu pflegen und für sie da zu sein.

Was ist für dich das Spezielle am «Haus der Liebe»?
Das Einmalige, was meiner Familie und mir an diesem Heim jedesmal auffällt, ist einerseits die friedliche und warmherzige Stimmung. Es herrscht nicht die klinische Kälte, wo geistig und körperlich Kranke bloss betreut werden. Es ist eher ein Zuhause einer grossen Familie. Ein Grund für diese Atmosphäre ist möglicherweise das regelmässige gemeinsame Gebet. Gleich neben dem Hauptgebäude des Areals befindet sich eine kleine Kirche, in der Gottesdienste und gemeinsame Rosenkranzgebete selbst ist ein kleiner Anbetungsraum eingerichtet. Diese dichte Verwebung des Alltags des Hauses mit dem Gebet zu Gott hat eben diese Wärme, diesen Frieden und vor allem die Ruhe der betreuten Bewohner des Heims zur Folge. In diesem Heim werden ja geistig und körperlich Behinderte, wie auch Alte, Zurückgelassene und Kinder aufgenommen, ohne auf Kasten, Glauben, Farbe oder Herkunft zu achten. So ist das Verhalten der geistig kranken Personen in diesem Heim in bemerkenswerter Weise sehr ruhig.

Kannst du noch etwas über die Hintergründe berichten, warum das Haus so wichtig ist?
Wenn man in Indien lebt, findet man immer wieder mal einen Bettler auf der Strasse oder auch gleich vor seiner Haustür. Natürlich spendet man dann ein paar Rupien, und dieser geht dann wieder dankbar seines Weges. Brother Raju aber fiel wohl vor rund 24 Jahren auf, dass es unter den Bettlern auch welche gab, die geistig nicht normal zu sein schienen. Er bemerkte, dass die paar Münzen und Geldscheine in einer kleinen Schüssel für sie nicht ausreichen würden, um weiterzuleben und so begann er etwas dagegen zu unternehmen. Allgemein gibt es in Indien viele Menschen, Alte, Männer, Frauen und Kinder, die von ihren Angehörigen aus finanziellen Gründen irgendwo ausgesetzt werden. Die meisten von ihnen landen dann auf der Strasse. Unter ihnen gibt es eben dann schwer verletzte, geistig traumatisierte oder behinderte Menschen. Ihnen versucht Brother Raju ein neues Zuhause und eine neue Familie zu geben. Kinder, die in diesem Heim geboren wurden, da ihre Mütter schon schwanger waren, als diese aufgenommen wurden, wachsen dort auf. Sie werden in ihrer Ausbildung, Beruf begleitet bis zu ihrer Heirat. Viele von ihnen sind nun selbstständig und können ein normales Leben führen.

Was motiviert dich und deine Familie, sich dafür einzusetzen?
Wenn wir ehrlich sein wollen, dann schafft es eigentlich nicht jeder von uns Bettler und Kranke von der Strasse aufzunehmen und ein Heim für sie zu gründen wie Brother Raju. Er selbst war vorher ein gewöhnlicher Ladenbesitzer und hatte anfangs grosse Schwierigkeiten. Wir aber, die ganz normal unseren Berufen und Ausbildungen nachgehen, können mit dem, was wir haben, Leuten wie Brother Raju helfen und unterstützen. Ausserdem wie schon vorhin erwähnt, herrscht in diesem Heim eine aussergewöhnliche Wärme und wunderbarer Friede, und jeder Tag dort ist ein grosses Fest mit vielen glücklichen Gesichtern. Brother Raju und seine Frau Shiny wer- den von einer Mehrheit auch Papa und Mama gerufen, so persönlich sind ihre Beziehungen. Diese Eigenschaften sind es, die uns motivieren zu helfen.

Mir ist auf den Fotos tatsächlich aufgefallen, wie fröhlich die Menschen in die Kamera blicken. Was ist das «Geheimnis » des Leiters?
Ich denke, sein tiefer Glaube an die Liebe und Vorsehung Gottes! Das ist wohl das Geheimnis von Brother Raju. Das gibt ihm die ganze Kraft, diese Menschen aufzunehmen und sie zu lieben.

Wie kann er Freiwillige begeistern?
In unserer heutigen Gesellschaft leben wir oft in einem sehr routinierten Alltag – jeder für sich. Sobald wir auf kleine Probleme oder Krisen stossen, verkümmern wir in unseren eigenen Sorgen, so wird unsere Welt kleiner. Brother Raju fordert uns, und wahrscheinlich vor allem junge Menschen, dazu auf, aufzublicken und zu sehen, dass es Menschen gibt mit viel grösseren Schwierigkeiten im Leben. Diesen Menschen zu Hilfe zu kommen, führt uns zum Nachdenken, und lehrt uns, das Leben wieder lieben zu lernen mit all seinen Höhen und Tiefen.

Vielen Dank für das Interview. Und einen herzlichen Dank an alle, die das beeindruckende Heim mit ihrem Gebet und ihrer Spende unterstützen!
Athira Mlavil ist unter anderem ehrenamtliche Sakristanin in der Kapelle Bruder Klaus, Au. Mit ihr sprach Felix Zgraggen.


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Vermerk: Adventsaktion

Adventsaktion 2018
12.11.2018
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Fotograf/-in
zvg, Sabine Zgraggen

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Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 30.11.2018
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