Menu

Begeisterung schlägt in Hass um

feilschen auf dem Markt<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-waedenswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>201</div><div class='bid' style='display:none;'>2691</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>
Palmsonntag feiern: Jubel und Freude beim Einzug verstummen jäh. Die Stimmung kippt
Sabine Zgraggen,
«Ans Kreuz mit IHM»! Klar und deutlich die Aufforderungen des aufgewiegelten Volkes. Doch warum eigentlich?

Da hatte es jemand gewagt, die Herzen der Menschen zu berühren. ER schenkte Ihnen Worte des Lebens und berührte sie an den wunden Punkten ihrer Leiden. Er weckte Hoffnungen, heilte und nicht Wenige sahen in IHM den Messias, den Retter, den Heiland. Doch den letzten Schritt, IHN als Salvator auch im tiefsten Leiden zu erkennen, den konnten und wollten nicht alle machen.

Die Erwartungen an Heilsgestalten schossen und schiessen zu jeder Zeit ins Unermessliche. Wenn sich jemand hinstellt und die etablierten Führer angreift, dann bekommen auch die «Heimlichen» plötzlich Mut. Das «murrende Volk» sieht eine Hoffnungsgestalt, einen Propheten. Jemanden, der sie aus ihren Miseren herausführen soll. Damals ging es darum, die verhassten Römer zu beseitigen, die Unterdrückung aufzuheben. Heute wünschten wir uns jemanden, der unser zügelloses, verschwenderisches und ökologisch selbstzerstörerisches Leben weg zaubert, ohne dass wir uns selbst ändern müssten. Die Erwartungen an Andere sind gestiegen.

Ein König auf einem Esel. Naja. Ein prunkvolles Pferd wäre da schon besser gewesen. Bewaffneter Aufstand – für die angestaute Wut. Den Dolch bereit halten: «Wann geht es endlich los? Jetzt geht es los!»
Doch, die Erwartungen landen hart auf dem Boden der Tatsachen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Jesus wehrt sich bei seiner Verhaftung nicht. Als seine Freunde die Schwerter zücken und einem Soldaten ein Ohr abhauen, ruft er Stopp und heilt das verletzte Ohr wieder.

Empörung. «Der da, der hatte uns doch versprochen…» Der da «hat doch gesagt!». Fulminant ist hier kein Sieg zu holen, sondern himmeltraurig wird der Anblick des gefolterten Gottesknechtes. Angespuckt. Niedergedrückt. Verhöhnt. Nur noch peinlich. Nichts für «wahre Männer».

Ein König, der unter dem Querbalken des Kreuzes, zusammen bricht.

Wo ist die Linderung in all diesen – und auch unseren – Leiden? Un-ER-träg-lich!

Ein «Schweisstuch» wird gereicht. Frauen am Wegrand bekunden ihre Liebe. Sie gehen IHM nach. Liebe sucht Wege. Sie wendet den Blick nicht ab, auch nicht, als ER blutend am Kreuz hängt.

Menschen werden beschämt, weil sie es damals wie heute nicht wagen, für «diese schmachvolle Wahrheit» einzustehen. So nimmt die Tragik ihren Lauf. Die Armseligkeit der Etablierten, der Mitlaufenden und der heimlich Hoffenden scheint uferlos: «Ans Kreuz mit IHM». Kein Einhalt mehr. Pilatus und Herodes werden an jenem Tag «Freunde». In Wahrheit waren sie die Einzigen, ausgestattet mit weltlicher Macht, die das Fiasko hätten verhindern können.

Kein Donnerwetter. Jedenfalls nicht zur gewünschten Stunde.
Also niemand, der auch uns die Scham abnimmt, dass wir nicht helfen konnten?
*
2000 Jahre später, bei Schneeregen, versammeln sich die Gläubigen vor der Kirchentüre. Heute ist der Tag, an welchem wir dieser Ereignisse gedenken. Wir wollen uns erinnern, wie es los ging, mit den Hoffnungen, mit den Enttäuschungen und dem Wunder, dass aus einer tiefen Niederlage heraus, plötzlich doch nochmals alles anders kommt....? Doch der Reihe nach.

Am Tiefpunkt aller Hoffnungen, wo auch der Letzte das Handtuch warf, weil dieser Christos, der Gesalbte, nur ein gefolterter Verbrecher mehr im Weltenlauf war.

Hier können wir uns einklinken – und einloggen – denn auch uns geht es nicht anders!
Wir stecken unsere Hoffnungen in viele «Vorbilder» und werden oftmals enttäuscht. Anstatt unsere Hoffnungen zu überprüfen, und zu re-dimensionieren, müssen andere als Sündenböcke herhalten. Kein Mensch kann uns alles bringen. Wenn es darauf ankommt, Trost zu spenden, kleben auch unsere Zungen am Gaumen fest und unsere Herzen sind verschlossen.

Und doch stehen wir hier: Wir wollen es wagen, auf diesen EINEN zu schauen. Der nur auf einem Esel kommt und alle Mächtigen durch diese Symbolik schon in Frage stellt. Ein Königtum, nicht von dieser Welt. Eines, das sich im Inneren erfahren lässt, während die äussere Welt nach ganz anderen Dingen schreit.

Kinder verstehen diese Botschaft. Sie streicheln den Esel. Sie umringen neugierig die Szene, die sich ihnen stellt. Damals und Heute verbinden sich. Wir schauen und wir hoffen.

Der Esel betritt die Kirche. Wir schreiten hinterher und singen: «Lob dir Christus, König und Erlöser».
*
Dann hören wir die Passionsgeschichte nach Lukas. Was haben wir in 2000 Jahren begriffen? Wir rufen mit der Masse mit. Wir verstummen. Wir knien nieder. Da stand EINER, der wurde angespuckt. Wir wollen es uns zumuten. Wie schwach der Mensch ist. Die Menschen. Wir.

Wir überwinden unsere Angst. Wir kennen die Fortsetzung und so hoffen wir, dass das, was damals im Dunkel lag – das NEUE LEBEN – sich auch heute in uns zeigen wird.
*
Nach dem eindrücklichen Gottesdienst im vollen Gotteshaus und im parallel laufenden, von fast 50 Kindern besuchten Kindergottesdienst, trafen sich sehr viele Menschen bei Kaffee und Zopf. Gespannt warteten wir auf die Premiere eines Bibeltheaters unter der Leitung von Thomas Lüdi!

Die Kinder hatten grossen Spass und zeigten auf der Bühne bunte Szenen. Stets das Beste heraus zu handeln, ob bei glitzernden Stoffen, Lebensmitteln, Tieren oder Kunsthandwerk. Der beste Preis siegt. Da wird der Handel von einem Tumult unterbrochen; Die Stände und Waren umgeworfen. Da sagen doch einige, dass dies der Tempel Gottes sei! Dass wir «den Raum für die Gegenwart Gottes frei halten sollten».
Ach ja? Doch was wir wollen, entscheiden wir selbst.
*
Danke dem Pfarrteam für die feierliche Liturgie!
Den tapferen Frauen, welche die «Kinder-Chile» heute so liebevoll gestalteten!
Den Katechetinnen, welche die Unti-Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten!
Thomas Lüdi, welcher in nur 3 Stunden Vorbereitung ein tolles Theater einstudierte: » zur Homepage von Thomas Lüdi
Allen, die fürs Chile-Kafi an jedem Sonntag Sorge tragen und dafür sorgen, dass immer genügend Brot und Getränke aufgetischt sind!
Danke für diese Pfarrei, welche an jedem Sonntag – und an jedem Tag (!) – ein tolles, gemeinschaftsförderndes Angebot bereit hält.

zur Infoseite» zur Infoseite Bibeltheater

Palmsonntag Bibeltheater
14.04.2019
81 Bilder
weitere Bilder anzeigen
Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

Ähnlich

Pfarrei St. Marien
Röm.-kath. Pfarramt
Etzelstrasse 3
8820 Wädenswil
044 783 87 67
Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 16.04.2019
social facebook