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Vom Wissen und Nichtwissen

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Zum Verkosten für alle, die nicht dabei waren: Symposium "Spiritualität heute" mit Eindrücken von den Vorträgen
Sabine Zgraggen,
Am 17.8.19 fand ein kleines Symposium zum Thema «Spiritualität heute» statt. Dies im Rahmen von Geburtstagsfeierlichkeiten eines Gemeindemitgliedes. Der Grundgedanke war, dass «Spiritualität» in aller Munde ist und die christliche und katholische Religion hier eine ihrer Kernkompetenzen hat – oder hätte – und sich selbstbewusst damit an den Diskussionen beteiligen kann – und sollte.

Das Programm dieses öffentlichen Angebotes zeigte einen Streifzug durch die reiche Spannbreite katholischer Themenfelder. Br. Paul Zahner, Franziskaner, Seelsorger u.a. im Sterbehospiz Lighthouse und Dozent, führte aus der Biografie der Heiligen Elisabeth von Thüringen eher unbekannte Aspekte aus. So war sie nicht nur besonders «fromm» und diente als Frau aus dem Königshaus erstaunlicherweise den Armen, sondern sie war auch eine leidenschaftliche Ehepartnerin und Mutter. Ihre, wie damals üblich, von den Eltern arrangierte Ehe als Minderjährige, wusste sie als Realität anzunehmen und aktiv zu gestalten. Das Ideal «romantischer Liebe» kannte man im Mittelalter nicht. Doch wäre es, gemäss Ausführungen von Br. Paul Zahner als eine besondere Fähigkeit Elisabeths anzuerkennen, dass sie aus ihren Realitäten – im Glauben an Christus – stets das Beste und eine liebevolle Weiterentwicklung erlangen konnte. So wurde echte Liebe zwischen den beiden königlichen Partnern wahr. Darin könnte sie auch uns ein Vorbild sein. Dass sie ihre Kinder, wie ebenfalls damals üblich, zur Erziehung an Verwandte «auslagerte» führte zu Fragen aus dem Plenum im Anschluss an den spannenden und anregenden Vortrag.

Dr. Robert Strubel, Theologe und Psychotherapeut, überraschte auf ganz andere Art. Sein Thema waren frühe Mariendarstellungen, wie sie uns bereits seit dem 2. Jahrhundert in den christlichen Gemeinschaften begegnen. In einer ausführlichen Art wies der Kenner ikonografischer Mariendarstellungen auf interessante Details und das auch seelisch sehr tiefe inhaltliche Verständnis durch die Jahrhunderte hin. So sei auf vielen Darstellungen der «Empfängnis Mariens» in einem Lichtstrahl, der von dem dreieinen Gott ausgeht, ein winziger Jesus zu erkennen, der Maria auf ihrem rechten Ohr erreicht. Die «Hörende» empfängt. Und das Wort wird Fleisch. Diese auch psychologisch sehr tiefen Erkenntnisse hören zu dürfen, war ein besonderes Geschenk.

Der dritte Vortrag von Tatjana Disteli, Theologin und Bereichsleiterin der kath. Kirche Zürich für das Gesundheitswesen, musste aufgrund von Krankheit leider ausfallen. Hier wäre es um einen praxisnahen Vortrag um «das Finden von Spuren Gottes in unserer Welt und Biografie gegangen».

An dieser Stelle wurde ein verlängerter Block wunderbarer Musik eingeschaltet! Das Ad hoc Ensemble von Rheinhold Prim aus dem Allgäu und unserem Musiker Christian Enzler wie auch Felix Zgraggen am Cajon begeisterte die Gäste und war eine erfrischende Erweiterung des Ganzen!

Der im Anschluss vom Theologen, Logotherapeuten und Eheberater Arno Arquint frei vorgetragene Vortrag zum Thema «Vom Glauben zum Nicht-Wissen» vermochte es, die Anwesenden noch einmal zu packen. Es ging um ein persönliches Zeugnis und der Veränderung seiner Haltung vom studierten Theologen zu einem Menschen, der sich die «Offenheit» in einer Haltung des «Nicht-Wissenden» heute verpflichtet fühlt. Es war auch als eine Ermahnung an zu überzeugte Dogmatiker und TheologInnen zu verstehen, welche in einer Haltung des «absoluten Wissens» durch die Welt marschieren und es wagen, andere in ihren Überzeugungen zu bewerten.

So war dieses erste Symposium zum Thema «Spiritualität heute» in der Pfarrei ein inspirierendes Moment, und selbst in der Theologie nicht bewanderte Zuhörende konnten etwas von der Weite und Tiefe unserer Tradition mitnehmen.

Wir bedanken uns bei allen Referenten und bei allen Teilnehmenden, wünschen fruchbares Weiterdenken und Diskutieren und hoffen auf ähnliche Veranstaltungen!
Vom Wissen und Nichtwissen
27.08.2019
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Fotograf/-in
Harald Mühlhoff und Sabine Zgraggen

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Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 25.08.2019
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