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Gläubige brauchen die "reale" Kommunion

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Ein "Gastbeitrag" von Jozef Niewiadomski, emeritierter Professor für Dogmatik, Innsbruck. Ein Denk-Anstoss.
Felix Zgraggen,
Hier nur ein Auszug vom Ende des Artikels auf katholisch.de:

"Das Göttliche kann aber von sterblichen Menschen nicht unmittelbar genossen werden. Deswegen war auch dem Christentum die Erlebnisqualität der Feier niemals ein Kriterium für die Erfahrung des Göttlichen. Von daher ist es gerade jetzt dringend notwendig, kirchlich darauf hinzuweisen, dass eine gestreamte Eucharistie oder aber Eucharistie im Fernsehen höchstens ein Zeichen für die an Ort und Stelle gefeierte Eucharistie ist. Die inzwischen neu aufgelebte Diskussion über das – damit verbundene – "eucharistische Fasten" und die "geistige Kommunion" soll das Missverständnis einer Gleichsetzung verhindern, entzieht sich aber kaum demselben Missverständnis.

Was muss nun geschehen?
In welche Richtung soll man also weiterdenken? Gerade angesichts der Tatsache, dass die soziale Distanzierung vermutlich auch die Feier des Triduum Sacrum und die Ostertage betreffen wird. Die Analogie zur Situation der im verriegelten Abendmahlssaal sitzenden Jünger lädt dazu ein, über neue Modelle kirchlich-sakramentaler Präsenz unter den "sozial distanzierten" Gläubigen nachzudenken. Es ist gut daran zu erinnern, dass der Auferweckte den eingeschlossenen Kleingruppen, die ja beim Gebet verharren, erscheint. Es wäre gut, die Menschen darauf vorzubereiten, dass sie in ihren Häusern die eigentliche Feier der Karwoche gestalten und erleben werden; das Anschauen der Fernsehübertragungen kann höchstens in der Logik vom substantiell nicht notwendigen "Nachtisch" verstanden werden. Die Dimension der Sakramentalität verlangt aber das reale "Essen" des eucharistischen Brotes.

Hier ist nur die Tradition der seit alters her gepflegten "Kommunion für und mit den Kranken" weiterhelfend. Die Bischofskonferenzen müssten daher mutig die Empfehlung/Weisung geben, dass kirchlich gebundene Menschen in "ihren" Kirchengemeinden die Eucharistie für ihre Angehörigen holen. In der Frage der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen hat der Handel bereits die zu beschreitenden Wege angezeigt. Das Hinaustragen der Eucharistie durch Kommunionshelfer scheitert an den von der Politik erlassenen Maßnahmen einer radikalen Beschränkung der Bewegungsfreiheit [Anmerkung der Redaktion: das gilt derzeit für Österreich]. Das Bringen von Eucharistie in die Häuser durch einen der Familienangehörigen stellt zudem ein Zeichen der tagtäglich durch sie im familiären Kreis durchbrochenen sozialen Distanzierung dar, fügt sich also in das sakramentale Verständnis dessen, worum es bei der Eucharistie geht. Ein solches Vorgehen würde wohl besser dem sakramentalen Verständnis der Kirche entsprechen als all die Hinweise auf die gottesdienstliche Präsenz in den Medien.
Von Jozef Niewiadomski"


Der Autor: Jozef Niewiadomski ist emeritierter Professor für Dogmatik am Institut für Systematische Theologie der Universität Innsbruck.

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