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Das ist doch alles ungerecht verteilt

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Der EREMIT zu Gast in der Pfarrei St. Marien
Sabine Zgraggen,
Am Abend des 2.9. fand ein besonderer Theaterabend in unserem Etzelzentrum statt! Auf der Bühne war die Klause des Heiligen Br. Klaus nachgebaut. Eine Holzbank als Bett, ein Stein als Kissen – jeder, der schon einmal im Ranft war – fühlte sich sofort daran erinnert.
Doch als die Schauspieler (Josef Blättler, Elmar Büeler und Monica Gasser) die Bühne betraten und sich herausstellte, dass der Eremit von einem wohlbeleibten Schauspieler dargestellt wurde, ging ein stilles Raunen durch den Saal: Ist das denn richtig so? Kann «ein Dicker» Bruder Klaus spielen?
Hier zeigte sich rasch, was auch durch Frau Rita Gemperle, der Produktionsleiterin, vorab angekündigt wurde: Das Stück soll unterhalten und auch zum Nachdenken anregen.
Und das tat es!
Der Pilger, der bei Br. Klaus seine historischen Verse aufsagen wollte, fühlte sich zusehends unwohl in seiner Rolle! Was haben die alten Sätze mit unserem heutigen Leben zu tun? Nichts, wie die auch in die Rolle als Dorothea geschlüpfte Bühnen-Regisseurin sagte. Doch sie meinte: Man müsse das Heute auch mal vergessen! Doch das Stück kam nicht voran, die Erklärung des Meditationsrades, welches in der Klause hing und immer wieder versuchsweise und theologisch korrekt erklärt wurde, beklagte «der Pilger» lauthals als langweilig.
In den dadurch immer wieder entstehenden «Pausen», die natürlich zum Stück selber gehörten, holte «Br. Klaus» sein Sandwich hervor, ass einen Schoggistengel und trank genüsslich seine Cola auf der Bühne. Bis «dem Pilger» der Faden riss und es aus ihm herausplatzte: DAS GEHT DOCH EINFACH NICHT. Das ist nicht glaubwürdig!
Doch der beleibte Klaus erklärte, dass ein echter Schauspieler, selbst wenn er dick wäre, sehr wohl einen dünnen Eremiten spielen könne. Das führte zu einigen Lachern im Publikum.
Nun war es passiert. Der Pilger offenbarte die ganze Absurdität: Sollen die Menschen in Afrika oder Indien etwa vor dem Meditationstuch beten, bis sie keinen Hunger mehr haben? Das passe doch alles nicht zusammen: Einer, der 20 Jahre fastet und von «nichts» lebt, ausser der göttlichen Gnade, und andere, die gerne essen würden, aber nichts haben. Ein Hohn.
Ja, so kamen wir alle ins Nachdenken.
Doch die Irritationen gingen weiter, denn unter den Schauspielenden auf der Bühne traten die Wahrheiten hervor: Eine Ehe und ein Leben zum Davonrennen, Br. Klaus mit Krebsdiagnose, Menschen in Villen und andere ohne Dach über dem Kopf, der Pilger – alle ratlos.
«Das ist doch alles ungerecht verteilt»!
Das Spiel hörte viel zu schnell nach nur 45 Minuten auf. Das offene Ende war gewollt. Mit dieser 25. Vorstellung in der Schweiz wurde nun auch bei uns ein innovativer und kreativer Impuls gesetzt. Die Reise des Theaters, das im Auftrag von Fastenopfer Luzern in den Pfarreien gastiert, geht noch mit 15 Aufführungen weiter!
Nachdenklich und begeistert gingen die zahlreichen ZuschauerInnen heim. Die Kollekte wurde zu Gunsten von Fastenopfer für die Ärmsten erhoben.

Aktuelle Angaben und weitere Informationen zum Theaterprojekt unter » www.fastenopfer.ch/bruderklaus
Der Eremit in Wädenswil
Theaterauffühung in Wädenswil zu Bruder Klaus
02.09.2017
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Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

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Pfarrei St. Marien
Röm.-kath. Pfarramt
Etzelstrasse 3
8820 Wädenswil
044 783 87 67
Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 02.09.2017
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