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Wenn Gott einen ruft

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Peter Camenzind vor seinem Primiz-Kreuz
Unser Pfarrer feierte am 10.10.17 sein 30-jähriges Priesterjubiläum. Herzliche Gratulation!
Sabine Zgraggen,
30-jähriges Priesterjubiläum von Pfr. Peter Camenzind

Im Alter von 26 Jahren wurde Peter Camenzind in Rom, in der Jesuitenkirche San Ignacio, gemeinsam mit vier anderen Männern, zum Priester geweiht. Mit einem Schmunzeln berichtet er von seinen Kollegen, dass einer inzwischen Bischof von Trier wurde, ein anderer sich als Studentenpfarrer berufen fühlte, einer unterwegs sein Amt wieder aufgab und Bürgermeister wurde, und einer eine Professur für Moraltheologie annahm. Er selbst wurde und blieb als Einziger der Gruppe Gemeindepfarrer. Er studierte auch in Chur und Innsbruck. In Rom lernte er durch das Studium Italienisch.

Peter, aus welchem Grund wurdest du Priester und Pfarrer?
Für mich kann es nur einen Grund geben, um Priester zu werden: Wenn Gott einen persönlich ruft! Andere Gründe, zum Beispiel, dass es heute zu wenige Priester gäbe, würden eher einen unguten Druck erzeugen und letztlich die Freiheit und Freude nehmen.

Wie aber geht das, «einen Ruf Gottes zu hören»?
Es sind viele Wege und Varianten möglich. Ich habe es bei meinen beiden jüngeren Brüdern hautnah erlebt. Bei jedem war es ein anderer Weg. Der Eine hatte zwar mit 21 Jahren ein starkes Berufungserlebnis, benötigte danach aber 10 Jahre Zeit, um dem Ruf zu folgen. Der Zweite vollzog einen schnellen Wechsel. Als ihm sein Glaube bewusstwurde, kam auch die Berufung. Bei ihm selber war es eher ein leises «Angezogen Sein», welches er erstmalig als 10-jähriger beim Vater Unser spürte. Bei dem Vers «DEIN WILLE GESCHEHE» kam der Gedanke auf «Und was ist, wenn Gott mich zum Priester ruft?» Eine Zeitlang, jedes Mal wenn er das Vater Unser betete, hatte er regelrechten Respekt vor diesem Satz. Mit der Zeit trat der Gedanke wieder in den Hintergrund und tauchte erst mit 18 erneut auf. Dann aber nachhaltig. Im Horizont des Familienlebens stand der Gedanke übrigens nicht. Die Eltern standen seinem späteren Wunsch zwar aufgeschlossen gegenüber und freuten sich. Lange Jahre betete man im Familienkreis aber auch für die zukünftigen Ehefrauen, die wohl bereits irgendwo leben würden.

Warum hören aber offenbar sehr wenige junge Männer in unserer Kultur den Ruf zum Priester?

Ich denke, dass der Ein oder Andere den Ruf hört und sich Gedanken macht, aber in seinem Umfeld keine Ansprechpartner dafür findet. Vielleicht weiss man nicht, wie und mit wem man darüber sprechen kann. Es herrscht auch ein Klima, dass man mit solchen Gedanken belächelt wird. Nicht wenigen wird der Gedanke, wenn man ihn in der Familie anspricht, auch gleich wieder ausgeredet. Viele Eltern sehen das wohl auch als überhaupt keine Option neben anderen Studienmöglichkeiten wie Jura oder Medizin. Es ist allgemein ein Tabu über den Glauben und das Innere zu sprechen. Das erschwert es sehr, einen «Ruf Gottes» ernst zu nehmen.

Was ist das Schönste an deinem Beruf als Pfarrer?

Ich kann einerseits immer in der Nähe Gottes sein und gleichzeitig bei den Menschen. Der Beruf hilft auch meinem Glauben. Wer weiss, wo mein Glaube heute wäre, hätte ich einen anderen Beruf gewählt. Es gibt ja sehr viel Ablenkung!

Und was macht diesen Beruf eher schwierig?

Sich daran zu gewöhnen, dass in der Schweiz die Kirche einen sehr schlechten Ruf hat und wir als Christen in einer Minderheit sind, die sich oftmals rechtfertigen muss, warum der Glaube an Gott wertvoll ist und für die Menschen und die Gesellschaft sehr wichtig wäre. In der kirchlichen Organisation gibt es sehr viel Administratives und Vieles dreht sich um Budgets und ums Geld. Das erscheint mir manchmal nicht im richtigen Verhältnis zu stehen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und für die nächsten 30 Jahre viel Energie und erlebte Gemeinschaft mit allen Gläubigen!
Sabine Zgraggen
Peter Camenzind Priesterjubiläum
10.10.2017
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Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

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