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Willkommen César

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César Mawanzi
Wir begrüssen unsern priesterlichen Mitarbeiter César Mawanzi herzlich in Wädenswil
Felix Zgraggen,
Lieber César, du heisst mit vollem Namen César Mawanzi Ndombe. Was bedeutet er?
Den Taufnamen César erhielt ich von einem Missionar. Als ältesten Sohn der Familie hat
man offenbar gewisse Hoffnungen in mich gesteckt.
Kaiserlich?
Mawanzi ist die Wurzel eines Baumes, die ganz tief in die Erde schlägt. Ndombe heisst übersetzt schwarz. Das ist der Name des Onkels meines Vaters. Es ist in Afrika Brauch, dass der Familienstamm sich verewigen soll, so gibt man den Kindern Namen von Vorfahren.
Woher stammst du?
Ich bin im Kongo geboren und stamme aus einer kinderreichen Familie im südwestlichen Teil des Landes, in einer Stadt namens Kikwit. Mein Vater ist Tierarzt im staatlichen Dienst. Meine Mutter arbeitete als Lehrerin und Hausfrau. Beide waren geprägt vom christlichen Glauben und wollten sich eigentlich dem Ordensleben zuwenden. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung. Wahrscheinlich bin ich davon geprägt worden.
Wolltest du schon immer Priester werden?
Ich besuchte das Gymnasium, ein Knabeninternat und wollte nach der Matura Rechtsanwalt werden.
Es kam aber nicht dazu?
Ein junger Priester, der am Ort war, hat mich für einen anderen Weg begeistert. So bin ich ins Priesterseminar eingetreten und studierte dort drei Jahre Philosophie. Dann machte ich zwei Jahre Praktikum als Lehrer am Gymnasium. 1991 bis 1996 studierte ich Theologie in Innsbruck. Der Aufenthalt im internationalen Collegium Canisianum öffnete mir den Blick für die Vielfalt der Kulturen.
Warst du auch in der «Schweizerischen Landsmannschaft» dort im Haus?
Nicht so oft.
Wir haben uns nämlich dort schon mal getroffen: Wir haben zur gleichen Zeit in Innsbruck studiert! In meinem Leben habe ich nie mehr so viel Fondue gegessen wie im Ausland… Magst du Käse?
Jetzt schon, früher nicht.
Hast du Fussball gespielt?
Nein, ich habe Karate trainiert und bin viel gelaufen.
Die Studenten aus Afrika waren immer gefragt bei Festen, weil sie gut tanzen konnten, du auch?
Ich habe selten getanzt, nur bei besonderen Anlässen, wie Priesterweihen oder Weihnachten.
Aber ich habe immer gern gesungen.
Wie ging es nach deiner Zeit in Österreich weiter?
Am 11.8.1996 empfing ich die Priesterweihe im Kongo. Danach war ich verantwortlich für die Caritas und Entwicklungshilfe
im Bistum. Ich kam dann 1999 nach Deutschland, Marburg, um zu promovieren, damit ich später einmal im Kongo als Dozent wirken könnte. In der Zeit wirkte ich in einer Pfarrei als «Subsidiar», Priesterhilfe, in Amöneburg bei Marburg.
Aber es kam wieder anders?
Ja, ich wurde der erste afrikanische Pfarrer im ganzen Bistum Limburg und wirkte in dieser Aufgabe von Januar 2007 bis Dezember 2017 in Beselich.

Wie kommst du in die Schweiz?
Seit 1999 kannte ich einen Pfarrer in Solothurn. Über Besuche war ich mit der Kirchgemeinde Herz Jesu in Winterthur verbunden. Die letzten fünf Jahre habe ich dort die Sommeraushilfe übernommen. Ab August 2018 werde ich in Turbenthal, ZH, als Priester wirken. Durch meine Aufenthalte in Winterthur ist mir die Schweiz näher gekommen. Nun gilt es, die Perspektive zu
wechseln! Dieses Jahr werde ich 50. Die pastoralen Veränderungen im Bistum Limburg haben mich auch zu diesem
Wechsel bewogen.
Was war für dich spannend?
In den Gemeinden habe ich gelernt, die Theologie in die Praxis umzusetzen. Mit den Menschen und ihren Problemen umzugehen. Mit ihnen ein Stück Weg, Glaubensweg, zu gehen.
Von Januar bis Ende Juni bist du nun bei uns in Wädenswil. Was gehört zu deinen Aufgaben?
Ich helfe als Seelsorger mit, dort wo man mich braucht, und unterstütze das Team in den vielfältigen Aufgaben.
Was sind deine Stärken?
Ich höre gerne zu und steh den Menschen gerne zur Seite mit einem Rat. Ich freue mich, wenn es gelingt, das Wort Gottes
in der Gegenwart möglichst verständlich zu machen.
Hast du dir etwas vorgenommen zu Neujahr?
Ich nehme mir im 2018 vor mich für das Neue zu öffnen, neue Lebens- und Glaubenserfahrung
zu machen.
Was baut Menschen in ihrem Glauben auf? Was hilt Menschen auf ihrem Weg?
Wenn Gott in der Geschichte immer zu den Menschen gesprochen hat, dann heisst das, dass er das auch heute noch
tut! Wichtig scheint mir, die Sprache Gottes heute neu zu verstehen. Die Zeichen der Zeit wahrzunehmen. Ich meine
damit: Wir leben in einer Zeit, wo sich die Bedeutung der Kirche sehr verändert hat. Es kommt darauf an, Gott den Menschen wieder ins Bewusstsein zu rufen. Konkret: Wenn man trauert, wenn man sich freut, wenn man Verluste erleidet, Nachwuchs bekommt, Erfolg hat – überall ist Gott mit seiner Liebe anwesend – genau das geht aber oft vergessen. Die theologische Sprache kann nur im Leben verstanden werden, in den verschiedensten Lebenslagen.
Was hat sich bewährt?
Vieles, was in der Vergangenheit mit Wonne und Enthusiasmus getan worden ist, kann heute leider nicht mehr erlebt
werden. Es ist auch schmerzlich, von der Vergangenheit Abschied zu nehmen. Wir leben und glauben aber jetzt. Das bedeutet, den Glauben auf neue Wege zu führen. Eine Sprache zu finden, um weiter zu vertiefen, was Glaube heissen könnte. Kirche lebt, wo man kranke Menschen besucht, Menschen Trost schenkt, bei Verlusten gemeinsam trauert oder mit Jubilaren feiert. Schön und wertvoll sind auch die Begegnungen nach der Taufe oder einer Eheschliessung.
Was wünscht du uns allen zum Beginn des Jahres?
Mit Blick auf die Zukunft erscheint es mir notwendig, Menschen in ihren Bedürfnissen, Sorgen und Anliegen zu verstehen und zu begleiten. Aber auch kulturelle Grenzen zu überwinden, um dann das in den Vordergrund zu stellen, um was es eigentlich geht: Gemeinschaft, ein Miteinander erleben dürfen, wo jeder Raum und Heimat findet.
Vielen Dank für das Gespärch! Wir wünschen dir eine gute Zeit und ein segensreiches Wirken hier in Wädenswil.

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Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 22.01.2018
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