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Wädenswiler Kreuzweg

Wädenswiler Kreuzweg<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-waedenswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>124</div><div class='bid' style='display:none;'>1120</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>
Das Kreuz durch Wädenswil tragen.
Den Weg Jesu mitgehen.
Ein Zeichen setzen.
Dem Regen trotzen.
Felix Zgraggen,
Im Hinblick auf Karfreitag fand auch in diesem Jahr wieder der ökumenische Kreuzweg in Wädenswil statt. Die Gläubigen, die sich aus den verschiedenen christlichen Gemeinschaften - trotz teilweise starken Regens - auf den (Kreuz-)weg gemacht haben, wollten ein Zeichen setzen.
Dies gelang!

Station 1 fand in der Reformierten Kirche statt. Das Vorbereitungsteam hatte sich für Passagen aus dem Matthäus-Evangelium entschieden und wollte dieses Mal besonders die involvierten Personen in der Passionsgeschichte Jesu ins Visier nehmen.
Was haben Judas, Pilatus, Barabbas und andere mit unserem heutigen Leben zu tun?

Pfarrerin Undine Gellner betrachtete den Verrat durch Judas. Mit Silbermünzen und einen Bruderkuss spitzte sich dieser zu. War er nicht ein Freund Jesu? Wollte er nicht gemeinsam mit ihm die Welt verändern? Wollte er durch seinen Verrat vielleicht ein herrschaftliches Zeichen durch den Meister erzwingen?

Station 2 führte vor das Gebäude der Stadtpolizei. Pastor Oliver Affolter, Pfingstmission, legte den Fokus auf die Macht. Der Hohepriester Kajaphas hatte damals eine gewisse Macht über das Schicksal Jesu. Er glaubte Recht zu sprechen, indem er Jesus an Pilatus überwies. Wie setzen wir die Macht ein, die wir in unserem Lebensbereich haben? Wird in unserer Gesellschaft nicht oftmals auch Un-recht gesprochen?

Die dritte Station führte in die Rosenbergstrasse zur Kapelle der Methodisten. Petrus, der Mann, der drei Mal schwor, Jesus niemals zu verraten. Und doch konnte er ebenso drei Male nicht zu IHM stehen. Diese Gedanken führte uns Pfarrer Peter Gumbal, EMK, vor Augen. Auch wir wollen beherzt und glaubwürdig den Weg Gottes gehen und können es doch so oft nicht.

Der Regen wurde stärker und der Unterstand unter dem grossen Migros-Gebäude bot einen willkommenen Schutz! Gleichzeitig stand eine ganze Blechkolonne von Autos im Stau. Menschen hasteten zu ihren letzten Einkäufen vor Ostern. Ihnen bot sich ein verwirrendes Bild, als vor ihren Augen das Kreuz durch die 30er Zone getragen wurde und über 50 Menschen mit ihren Regenschirmen folgten! Mit Fredy Mani, Evangelische Täufergemeinde Au, folgten wir an der 4. Station dem Verhalten von Pontius Pilatus, der seine Hände in Unschuld wusch und trotzdem dem Druck der aufgewiegelten Volksmenge nachgab. Wie fühlt es sich an, einen Unschuldigen dem Tod zu übergeben?
Das Kreuz wurde weitergetragen. Unter einem Vordach vom nächsten Supermarkt, drängten wir uns dicht, um die fünfte Station zu hören, die Diakon Felix Zgraggen hielt. Barabbas. Er war schuldig. Ein Mörder. Sein Urteil stand fest. Dann kam er plötzlich davon. Aufatmen. Doch wie ist es eigentlich, wenn man auf Kosten eines Unschuldigen freikommt? Auch wir kommen oftmals davon. Können uns aus Situationen heraus stehlen. Sind froh, wenn andere am Pranger stehen. Oder verzeihen ehemaligen Straftätern nicht ihre Schuld, weil wir unsere eigene nicht anerkennen.

Nun wurde das Kreuz ein weiteres Mal geschultert. Die 6. Station war beim neuen Schulhaus Rotweg. Es ging den Hügel hinauf. Simon von Zyrene, er geriet zufällig in die damalige Szenerie hinein. Auch wir werden in unseren alltäglichen Vorhaben manchmal gestört. Werden gezwungen, etwas zu geben oder zu tun, obwohl unsere Agenda den Takt vorgibt. Auch wir dürfen uns für den Heilsplan Gottes «benutzen» lassen. Bleiben wir doch offen dafür, wie Oliver Affolter betonte.
Danach zog die Schar zur Freien Evangelischen Gemeinde Fuhr zur 7. und letzten Station weiter. In der Abschlussstation sahen wir auf den Hauptmann unter dem Kreuz, der ausgerechnet als Ungläubiger eine tiefe Erfahrung und Erkenntnis beim Anblick des grausamen Todes von Jesus ausruft: Wahrlich, dieser war Gottes Sohn. Pfarrerin Undine Gellner wies auf unsere oft vorgefertigten Vorstellungen hin möchte immer neu offen werden für die Begegnung mit Gott.

Fastenbrot und heisser Tee stand im Anschluss bereit, und Pastor Bernhard Hunziker wurde für die Gastfreundschaft seiner Gemeinde verdankt. Der Austausch mit den Tischnachbarn allseits rundete den Anlass ab. Wir durften ein Stück des Kreuzweges Jesu mitgehen und einander auf diesem Weg schätzen lernen.

Wädenswiler Kreuzweg 2018
30.03.2018
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Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

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Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 01.04.2018
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