Menu

Im Morgengrauen

Im Morgengrauen —  Magdalena Widmer<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-waedenswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>131</div><div class='bid' style='display:none;'>1319</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>
Im Morgengrauen: Magdalena Widmer
Warum schweigt ihr? Maria von Magdala vor dem leeren Grab. Ein Osterspiel. Monodrama von Franz Fassbind, mit Magdalena Widmer
Sabine Zgraggen,
Maria Magdalena im Kino, auf der Titelseite des Forums und – ganz exquisit – als Monodrama aufgeführt in unserer Pfarrkirche. Leidenschaftlich vorgetragen von Magdalena Widmer, nach einer Vorlage von Franz Fassbind.

Es ist Osterzeit. Wir steuern auf das Pfingstfest zu. Hat Ostern noch etwas mit unserem Alltag zu tun? Und wenn ja, wie?

Maria Magdalena steht vor dem leeren Grab. «Da rollte der Grabstein über unsere Herzen». So beginnt ein einstündiger Monolog zwischen Maria und ihrem Liebsten und den Gruppen von Besuchern am Grab – die durch die ausdrucksstarken Worte geradezu bildlich vor dem geistigen Auge aufspielen!

Die Jünger kommen. Petrus und Johannes. Fehlender Mut, das Grab zu betreten. «Warum schweigt ihr? Schon ist die Sonne aufgegangen, aber euer Schweigen verfinstert den Tag, und es ist dunkler über der Erde wie heute früh, da es noch dunkel war, dunkler selbst wie vordem über Jerusalem und Golgotha.»
Die innigliche Beziehung, die Maria zu Jesus hatte, wird mit jeder Minute spürbarer. Sie zweifelt nicht an IHM. Aber, ER ist weg. Und doch da. Sie ruft: «Alles ist neu – dennoch hat sich nichts geändert». Oder doch?

«Schreit doch, schreit! Es werde Licht! Und es wird Licht! Auch für mich, die ich bloss berufen bin und nicht auserwählt, denn ich fürchte mich vor der Finsternis, weil sie mich liebt, so wie ich das Licht liebe, welches sie mir gestohlen haben.»
Dann tauchen die «alten Liebschaften» auf. Das alte Leben bietet sich nochmals mit Gold und Verführungen an. Doch sie hat sich entschieden: «Seine Ehre ist ja die meine und meine Ehre ist die Seine.»

Als nächstes tritt der Pharisäer Simon heran. Sie zerrt ihn aus dem Grabe: «Verlasst dieses Heiligtum! Ihr habt euch Rechte angemasst auf den Lebendigen. Ihr habt damit jedes Recht auf Sein Grab verscherzt und auf alles, was geschehen muss, über Sein Grab hinaus!»
Als sich Judas Iskariot nähert, wird sie milder. Spricht ihn als Freund an. «In diesem Getsemane wirst du ihn nicht mehr verraten. Nein, mein Freund, wir dürfen IHN nicht zum Verräter machen, bloss, weil wir IHM nicht zu folgen wagen.»

Die Frage schwebt im Raum und wird auch formuliert: «Wohin wir IHM folgen sollen, möchtest du wissen? Ins Unverständliche, … ins Unbegreifliche, …, ins Unverletzliche, wo wir IHN nicht mehr verwunden.»
Und doch, bei aller Sehnsucht, Liebe, Dankbarkeit und Erkenntnis – Maria von Magdala weint. Man hat ihr ihren Herrn, ihren Liebsten weggenommen. Da spricht ER sie an, sie erkennt IHN an seiner Stimme: Rabuni – Meister.

Die Anwesenden waren ergriffen. "Es war ein besonderes Stück, für das es sich lohnte extra zu kommen", sagte mir eine Frau aus Pfäffikon! "Das war etwas ganz Besonderes", eine andere. Wir wurden wirklich Zeugen, wie das neue Leben, das Maria aus Magdala und auch uns geschenkt wurde, sich im Herzen Bahn bricht und alles verändert – auch wenn es rings herum so aussieht, als ändere sich nichts.
Wenn sich unsere Herzen ändern, ändert sich die Welt!

Zwischen den Szenen spielte unser Kirchenmusiker Christian Enzler passende Musik an der Orgel oder auf der Violine. In der Kirche war es an diesem heissen Nachmittag kühl und wir wurden ZeugInnen von den Ereignissen im Morgegrauen der Auferstehung.

Fotos: » www.gedankenfotografie.ch
Im Morgengrauen
22.04.2018
17 Bilder
weitere Bilder anzeigen
Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

Ähnlich

Pfarrei St. Marien
Röm.-kath. Pfarramt
Etzelstrasse 3
8820 Wädenswil
044 783 87 67
Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 22.04.2018
social facebook