Menu

Der Friede war spürbar

Papstbesuch<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-waedenswil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>148</div><div class='bid' style='display:none;'>1610</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>
Papstbesuch in Genf am 21.6.2018. Gemeinsam unterwegs auf grosser Reise. Mit Tausenden gesungen und gebetet. Eindrücklich!
Sabine Zgraggen,
Ob sich der Aufwand wohl lohnt? Aus welchen Gründen sollte man sich heutzutage auf den Weg machen, um einem Gottesdienst mit dem Papst beizuwohnen? Am TV kann man das Ganze viel besser sehen und verfolgen. Ausserdem liegt das Glück ja bekanntlich in einem selbst... Doch wenn man sich dann morgens am Bahnhof in Wädenswil trifft, bekannte und unbekannte Gesichter, und gemeinsam in den Zug steigt, fühlt es sich schon nach Abenteuer an!

Die lange Fahrt lädt zu Gesprächen ein, und man erfährt Interessantes voneinander! Erfahrungen rund um verschiedene Wallfahrtsorte werden ausgetauscht, ach, da warst du auch schon? Und immer wieder stossen wir auf Glaubenserfahrungen! Ich sehe in lächelnde Gesichter, Menschen mit Ausstrahlung. Sie alle eint der Glaube an Christus.

Als wir in Genf ankommen, sind wir schon zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen gewachsen. Als wir im Café du Paris einkehren, ist uns allen klar, dass wir nun in der französischen Lebensart angelangt sind. Ferienstimmung kommt auf, als wir am längsten Tag des Jahres bei Tiffany & Co durch die internationale Metropole schreiten. Wir sehen die Fontäne und gehen den Hügel zu St. Peter hoch. Was für eine Kathedrale! Wir sind beeindruckt, doch wo ist das Weihwasser...? Ein geschichtliches Update erhellt vieles. Auch der grosse Franz von Sales wurde uns in Erinnerung gerufen.

Die Möglichkeit, sich unterhalb der Kirche mit der Archäologie zu befassen, bringt erhellende Details. Andere gehen in den Englischen Garten und zur Reformationsmauer weiter. Dazwischen stärken wir uns bei salzigen Crêpes und brechen dann endlich zu unserem eigentlichen Ziel auf: Die Papstmesse auf dem Palexpo Gelände.

Gewaltige Dimensionen, eine wenig charmante und gigantische Halle. Wie es aussieht, sind nur noch Plätze in der Vorhalle der Halle frei. Ein Kilometer bis zur Bühne. Puuh. Unsere kleine Gruppe der „13 Auserwählten“ lässt sich nicht entmutigen, doch wird jeder frei aussehende Platz entschieden von den Besetzern verteidigt. Einige warten hier schon seit 10 Uhr, während wir um 16 Uhr eintreffen. Dafür sind wir schon mal überwältigt von der schlichten aber wunderschön blau leuchtenden Kulisse und dem weissen Kreuzes-Ausschnitt, der über allem schwebt: Der Auferstandene. IHN wollen wir feiern! Auch wenn sonst nichts religiös wirkt, die Symbolkraft ist gewaltig.

Dank einem Tipp eines der vielen freiwilligen Helfer, gehen wir rechts aussen ganz nach vorne, wo wir neben Menschen im Rollstuhl sehen, dass die sich anschliessenden Sitzplatzreihen frei geblieben sind. Es gelingt uns vorbei zu schlüpfen, und wir finden uns plötzlich vorne vereint in der Menge wieder! C´est ça.

Ehe wir innerlich so richtig angekommen sind, geht ein Raunen durch den Saal: Der Papst ist schon eingetroffen und fährt bei den hinteren Plätzen seine Kurven im Elektro-Mobil. Sein Motto ist wohl: Die Letzten werden die Ersten sein. Wie „schön“, dass wir vorne stehen. Dennoch hat sich mit seiner Anwesenheit die Atmosphäre merklich verändert! Es geht ein Ruck durch die Reihen und Herzen! ER IST DA. FREUDE !!
ER, das ist Papst Franziskus, es ist aber auch das, was er mitbringt. Er hat „Frieden im Gepäck“, seine Botschaft lautet „konkrete Liebe zu den Ärmsten“. Er will kein Brimborium. Seine Verbundenheit mit Gott lässt keinen Platz dafür. Es geht ihm um die Wahrheit. Und dafür gibt er sein Leben!

Trotz seines Alters, wirkt er leicht und modern. Auch wenn das Amt an ihm zehrt, so lässt das Evangelium ihn vorwärts blicken. Alles zusammen bildet den Rahmen, dass wir uns in dieser gigantischen Halle wohl fühlen können. Wir schauen in die eine Richtung, zu ihm und zu IHM.

Nach einer Stunde und 15 Minuten ist die Feier vorbei. Fast schon sportiv. Was für eine reibungslose Organisation. Es ist unglaublich, wie über 40'000 Menschen innert nützlicher Zeit zur Kommunion gehen können! Es ist faszinierend, wie generalstabsmässig die ganze Logistik und Abläufe geplant gewesen sein müssen.

Dass christliche Inhalte ihre Wirkung erzielten, dass niemand ohne Segen und Trost blieb, darf als Wunder beschrieben werden! In einer solchen Halle Andacht, Stille und inneren Friede Wirklichkeit werden zu lassen.

Danach ging alles schnell: Wir sassen eins, zwei, drei wieder in einem Zug nach Zürich. Die Stimmung war beschwingt. Wir fühlten uns beschenkt und froh, geradezu glücklich! Als wir uns eben im Zugrestaurant dem Essen und Trinken zuwenden wollen und uns mit anderen Teilnehmenden zuprosten, die man – wen wundert es – auch noch kennt, kommt es zu einer Notbremsung...
Während die Sonne sommergelb untergehen will, hat ein Mensch all seinen Lebensmut verloren und sich vor den Zug geworfen? Ein Leben ausgelöscht? Wir sind schockiert. Der Zug steht anderthalb Stunden still. Niemand jammert. Wir sehen die Sicherheitsleute hin und her laufen. Ein Team trifft ein, während sich der Genfersee in schönstem Abendblau zeigt. Die letzten beiden Wagons werden während der „Aufräumarbeiten“ evakuiert. So beginnen wir zu beten, die einen still, die anderen halblaut. Auch hier zeigen wir Gemeinschaftssinn. Für die Angehörigen des Verstorbenen wird es heute Abend schwer. Für das Bahnpersonal auch.

Als wir schliesslich mit dem allerletzten Zug und einiger Verspätung um 1:15 Uhr in Wädenswil am Bahnhof stehen, ist es wirklich „der längste Tag des Jahres“ geworden. Die Freude über das Erlebte und die Herzlichkeit der Teilnehmenden untereinander tragen weiter.
Danke Papa Francesco, danke an alle, die an einer Kirche mitbauen, welche sich aus der inneren Freude der Gegenwart Jesu nährt.


Papstbesuch in Genf
21.06.2018
88 Bilder
weitere Bilder anzeigen
Fotograf/-in
Sabine Zgraggen

Ähnlich

Pfarrei St. Marien
Röm.-kath. Pfarramt
Etzelstrasse 3
8820 Wädenswil
044 783 87 67
Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 23.06.2018
social facebook