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Verstärkung im Team

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Wir freuen uns über neue Verstärkung im Team und möchten Martina Mullis und Benjamin Schmid gleich selber zu Wort kommen lassen.
Felix Zgraggen,
Martina Mullis, Katechetin

Liebe Martina,
du bist seit Mitte August bei uns im Religionsunterricht tätig. Ich weiss von dir, dass du verheiratet bist, zwei erwachsene Kinder hast und nebenbei als Kindergärtnerin in Flums arbeitest. – Was hat sich bei euch in der Familie bewährt, wenn es um den Glauben geht?


Der Glaube war mir eigentlich immer schon wichtig. Gefestigt worden ist er, als ich mit 16 Jahren zum ersten Mal an einem bekannten Marienwallfahrtsort war und einen bleibenden Eindruck mitnahm. Ich weiss nicht, ob ich den Weg sonst so hätte gehen können. Ich hatte das Gefühl, das macht Sinn, was ich dort sah und erlebte. Es war lebendig und authentisch. Ich dachte bei mir: «So müsste irgendwie Kirche sein». Vielleicht noch etwas mehr als was mir sonst in der Pfarrei so begegnet ist.
Als dann die Kinder kamen, war mir wichtig, dass sie daran Anteil nehmen konnten: beim Tischgebet, beim Abendgebet oder beim Vorlesen von biblischen Geschichten. Ich nahm sie auch mit in die Messe, obwohl ich da manchmal auch angespannt war, wenn sie unruhig wurden. Oft habe ich ihnen das Kreuzzeichen mit Weihwasser gemacht und sie gesegnet… Das ist übrigens etwas, was geblieben ist: wenn sie zur Tür hinausgehen, nehmen sie das Weihwasser.

Wann hast du deinen Söhnen diese Geschichten erzählt?

Immer mal wieder, abends, oder wenn sie nicht wussten, was sie tun konnten, habe ich sie gefragt, ob sie eine Geschichte hören wollen, oder manchmal auch wenn sie wild waren, um sie etwas zu beruhigen. Kinder lieben Geschichten. Einmal meinte einer meiner Söhne: «Das ist ja immer das gleiche. Immer wieder Krieg, immer wieder machen die Menschen den gleichen Fehler und Gott muss helfen.»

Was gehört hier in der Pfarrei zu deinen Aufgaben?

Ich habe Kinder von der dritten bis zur sechsten Klasse in Religion zu unterrichten. Die Themen sind sehr breit gefächert. Die Drittklässler auf die Erstkommunion vorzubereiten, ist eine sehr schöne Sache! Gerne möchte ich die Freude am Glauben weitergeben. Das ist so ein riesiger Schatz, aus dem wir schöpfen können. Das tut mir manchmal etwas weh, wenn Kinder am Anfang klagen, ob das denn auch noch sein muss. Schön wäre es natürlich, wenn sie allmählich auch diese Freude entdecken können, und wir sie auf ihrem religiösen und spirituellen Weg begleiten können.

Wie war dein Einstieg?

Ich habe gut angefangen und mir geht es gut. Ich merke, dass ich gerne auf Wädenswil komme. Das war auch mein erster Eindruck: gute Leute vereint in einem Haus, die zusammenarbeiten. An einem früheren Ort war ich mehr auf mich allein gestellt. Hier fühle ich mich mitgetragen und das macht einiges einfacher. Nicht so «allein auf weiter Flur» mit diesen Themen. Dann ist mir aufgefallen, wie viel hier läuft! Soziales Engagement, Begegnungsorte für Menschen schaffen, gemeinsame Reisen für Jung und Alt und und und.

Welche Bibelstelle fällt dir spontan ein, die dir gefällt?

Die Stelle bei Matthäus 6,254ff wo Jesus sagt: «Macht euch keine Sorgen um euer Leben. (…) Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel!» Wie oft dreht man sich nur noch um sich selber und verstrickt sich in seinen eigenen Geschichten, dabei gibt es noch so viel darüber hinaus. In der Bibelgruppe hatten wir eben die Stelle aus dem Sonntagsevangelium bei Markus 7,37, wo die Leute nur noch staunen über Gott und sagen: «Er hat alles gut gemacht.» Das ist doch oft auch meine Erfahrung. Es geht um das Vertrauen und eine gewisse Gelassenheit. «Liebende Fürsorge» ist schon da, und wir müssen nicht alles allein lösen. Vieles, das uns im Moment furchtbar schwer scheint, kommt am Ende wieder gut.

Was sind deine Stärken?

(Überlegt…) Der Umgang mit Kindern liegt mir. Ich finde Kinder spannend, so direkt wie sie sind, vielfach unbekümmert, wie sie wieder Frieden schliessen und der Streit vergessen ist. Natürlich ist es manchmal streng und man kommt an seine Grenzen. Aber in der Aufgabe als Eltern wächst man über sich hinaus. Eine junge Kollegin, die gerade Mutter geworden war, sagte mir kürzlich mit müden aber leuchtenden Augen: «Man kann sich nicht vorstellen, dass man jemanden so bedingungslos liebt!»

Wer ist Gott für dich?

Eine schwierige Frage. Wir können ihn ja nicht erfassen. «Gott ist die Liebe.» Und ich staune immer wieder, wie Er sich bemerkbar macht. Sei es in den Sakramenten, in der Eucharistie, im täglichen Leben, ohne dass wir es immer sofort so wahrnehmen oder benennen würden. Stell dir mal «Menschwerdung» vor! Wie gross wir Menschen eigentlich für Gott sind. Oder ich denke z.B. bei der Kommunion; es geht uns gleich wie Maria: wir dürfen Gott empfangen. Das ist unglaublich. Wir können diese Liebe, wie gesagt, nicht fassen.

Welche Aspekte sind dir wichtig beim Thema «Kirche»?

Ich wünschte mir weniger Kritik; mehr Sich einbringen. Kirche besteht aus Menschen wie du und ich. Kirche sind wir alle. Natürlich ist Kritik manchmal angebracht, wenn etwas nicht gut gelaufen ist, aber schlussendlich fehlen oft dann genau jene Begabungen, jene Leute, die es besser hätte machen können, die sich aber nicht engagieren.

Es geht bei dir gleich wieder los. Die 4. Klässler sind schon auf dem Weg zum Unti. Vielen herzlichen Dank für das Interview! Weiterhin alles Gute und Gottes Segen!


Benjamin Schmid, Vikar

Lieber Benjamin,
Für ein Praktikum während der Ausbildung warst du schon zweimal während je einem Monat bei uns: Seit den Sommerferien bist du als neu geweihter Priester wieder in Wädenswil. Woran merkst du, dass es jetzt anders ist?


An dem, dass ich keine Zeit mehr habe… (lacht). Offizieller Arbeitsbeginn war Dienstag 7. August. Am 6.8. lag schon die erste Beerdigung auf meinem Tisch (lacht noch einmal). Meine Arbeitsbereiche haben sich verändert. Nun kann ich das machen, was mir grosse Freude macht und was ich mir schon immer gewünscht habe. Ich wollte schon als kleines Kind Priester werden. In dem Sinn ist es nicht einmal «Arbeit», mehr ein «Jetzt-machen-dürfen».

Ich habe den Eindruck, dass du ohne Probleme in unser Team hineingefunden hast. Im Gegenteil, deine gerade und gleichzeitig umgängliche Art tut uns gut. Woher hast du dieses «Charisma»?

Ich bin in einer achtköpfigen Familien aufgewachsen. Da musste ich mich als vierter auch bewähren. Es ging ja nicht um mich allein. Da war nicht viel Zeit zu fragen: «ja wie geht es jetzt dem Benjamin?» Schon sehr früh fing ich an, Hockey zu spielen, ein Teamsport, wo man auch seinen Platz finden musst. Da merkst du schnell, du musst «Gas geben» und etwas für das Team machen, und dann funktioniert es. Mit 14 ging ich ins Internat in Disentis, auch eine grosse Gemeinschaft. Da musst du wieder schauen, wo dein Platz ist und du bist wieder mit neuen Leuten zusammen. Dann kam ich in ein Priesterseminar – ich war also immer mit unterschiedlichen Leuten zusammen.

Kürzlich waren wir zusammen in der Alterssiedlung Bin Rääbe, da hast du in der Runde auch von deinen drei Studienjahren in Rom erzählt.

Wir hatten Dreierzimmer und wechselten jedes Jahr. Wenn du mit Menschen von anderswo zusammenlebst, dann lernst du auch ihr Land kennen, du bekommst Insiderinformationen von ihren Familien mit, wie es dort so läuft, lernst andere Traditionen mit. In unserem Haus waren Studenten auf 35 verschiedenen Ländern.

Also ein Walliser zusammen im Zimmer mit einem Chinesen?

Ja, genau, und mit jemandem aus Mexiko, Haiti, Vietnam…

Hatte das auch Einfluss auf deinen Zugang zum Glauben?

Das Bild von Kirche hat sich schon verändert. Es ist viel grösser geworden. Kirche sehe ich eigentlich nur mehr universal. Viele Professoren waren aus Südamerika. Wir hatte trotz der vielen Unterschieden nie grosse Auseinandersetzungen oder ein gehässiges Wort. Beim gemeinsamen Gebet war spürbar, dass für alle Jesus im Zentrum steht und nichts anderes. Am Sonntag kam z.B. der aus Afrika mit seinem bunten Kleid, der andere mit seinem Poncho usw., also eine bunte Gesellschaft. Aber Jesus ist in der Mitte und dann funktionierte das.

Die allermeisten hier bei uns haben ihre Vorstellung von Kirche und Glauben und hätten vielleicht gerne, wenn sich daran nicht viel ändert. Was könnte uns helfen, einen Schritt weiter zu kommen?

Offenheit und die Bereitschaft sich auf Neues einzulassen.

Vielen Dank für das Gespräch! Und weiterhin segensreiches Wirken hier bei uns.



Verstärkung
20.09.2018
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Felix Zgraggen
Verantwortlich: Felix Zgraggen
Bereitgestellt: 20.09.2018
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